„Denn rechnen muss man können, nicht nur schaffen wie der Käfer im Dreck.“

Hermann Hoch, Stadtgärtner, Überlingen

 

In Überlingen fand am 12.11.2016 zum 14. Mal die lange Nacht der Bücher statt. Unter anderem wurde eine erfreuliche Neuerscheinung zum Leben und Wirken Hermann Hochs, dem ersten Überlinger Stadtgärtner, präsentiert.

Beinahe wäre es mir nicht geglückt bei der Buchpräsentation von Frau Veit und Herrn Janicke dabei sein zu können. Zehn Minuten vor Beginn der Veranstaltung stand ich bittend und bettelnd auf der Treppe des Museums: „Ich bin die Grafikerin, ich habe den Umschlag gestaltet, bitte darf ich auch in den Saal!“ Eine Ausnahme wurde gemacht und ich war sehr erleichtert, dass ich noch einen Stehplatz ergattern konnte. War ich doch speziell wegen dieser Buchpräsentation nach Überlingen gekommen.

 

Buchcover Hermann Hoch, Stadtgärtner Überlingen, Festschrift

Buchcover Hermann Hoch, eine kleine Festschrift

 

Nach einem einleitenden Klavierspiel und nach einer ausgiebigen Begrüßung der Nachkommen von Hermann Hoch, begannen die beiden Autoren, Heike Veit und Ulf Janicke, mit ihrer Lesung in Dialogform. Zwei Jahre lang hatten sie recherchiert und geschrieben, bis das Büchlein fertig war. Sie nennen es eine kleine Festschrift, dennoch würde ich meinen, es ist ein beachtliche Festschrift zum Leben und Wirken Hermann Hochs, dem ersten Überlinger Stadtgärtner. Genau zur richtigen Zeit wurde sie verfasst und wenn wir daran denken, dass die Landesgartenschau in Überlingen vor der Tür steht, kann man durchaus verstehen, dass Herr Janicke zwar vorsichtig aber dennoch eindeutig Gegenwartsbezüge herstellt, wenn es um den Zwist zwischen Herrn Mezger und Herrn Hoch geht.

Eine außerordentlich gelungene Präsentation! Vor allem der ermahnende Satz des Vaters blieb mir im Gedächtnis haften:

„Hast auch Fortschritte in Deinem Geschäft gemacht, so
dass Du auch selbstständig, selbstdenkend die Gärtnerei betreiben kannst,
mit Vorteil und Gewinn. Denn rechnen muss man können, nicht nur schaff en
wie der Käfer im Dreck.“

Unterstütz wurde dieses Projekt vom Überlinger Verschönerungsverein, der Familie Hermann Hochs und einigen Sponsoren.

Abschließend möchte ich jedem, der gerne liest, diese Veranstaltung ans Herz legen. Ein bezauberndes Format: An ausgewählten Orten wird in der ganzen Stadt aus bekannten und unbekannten Werken vorgetragen, u.a. hat mich eine Neuerscheinung fasziniert. Monika Taubitz las aus ihrem Buch „Helene von Bothmer – eine Biographie“ vor. Ein spannendes Buch zum Leben und Wirken einer Bewahrerin des Andenkens der Dichterin Annette von Droste-Hülshoff u.a. stiftete sie den Droste Preis, der alle drei Jahre in Meersburg verliehen wird.

Herz Sgiarovello