Hölderlin // Ohne die Spaltkraft der Poesie …

In der Schublade: Eine inzwischen antike Animation aus längst vergangenen Tagen.

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Friedrich Hölderlin lebte zur Zeit der Französischen Revolution und war somit ein Zeitgenosse Goethes und Schillers. Zu Lebzeiten war er kaum anerkannt, erst in unserem Jahrhundert schenkte man ihm die verdiente Aufmerksamkeit.

Hölderlin schrieb im Gehen und aufgrund des bisweilen zerrütteten Geisteszustandes in großer Eile, kaum Zeit niederzuschreiben, was da alles kommen wollte. Er war in Frankreich gewesen, hatte die Folgen der Revolution gesehen und kehrte enttäuscht nach Deutschland zurück, wo seine Geliebte inzwischen verstorben war. Zu diesem Zeitpunkt verfasste er das Gedicht „Hälfte des Lebens“:

Mit gelben Birnen hänget
Und voll mit wilden Rosen
Das Land in den See,
Ihr holden Schwäne,
Und trunken von Küssen
Tunkt ihr das Haupt
Ins heilignüchterne Wasser.

Weh mir, wo nehm ich, wenn
Es Winter ist, die Blumen, und wo
Den Sonnenschein,
Und Schatten der Erde?
Die Mauern stehn
Sprachlos und kalt, im Winde
Klirren die Fahnen.

Der These folgt die Antithese, die Synthese fehlt …
Den Rest seines Lebens verbringt Hölderlin in einem Turm in Tübingen, angeblich in geistiger Umnachtung.

 

 

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