Ist Liebe kälter als das Kapital?

Liebe ist kälter als das Kapital

Als produzierende/arbeitende Menschen denken wir beim Wort Liebe an die Liebe zwischen Menschen, Mann/Frau, Kinder, Eltern, Geschwister, Freunde, aber kaum an die Liebe, die wir für unsere tagtägliche Arbeit empfinden, für das was wir tun, herstellen, weitergeben. Die meisten Menschen arbeiten für Geld. Gäbe es Geld nicht, so würden sie vieles von dem, was sie tagtäglich tun evtl. neu überdenken. Wäre alles was wir herstellen frei von der Bewertung des Kapitals, so würden die scheinbar nutzlosen Dinge in einem neuen Licht erscheinen. Das Kapital ist somit wesentlich machtvoller als die Liebe. Liebe findet im privaten Bereich statt. Denn das was wir täglich für Geld tun, das müssen wir nicht lieben, ja teilweise können wir es nicht lieben und wir tun es trotzdem. Insofern behaupte ich: Das Kapital ist eine heiße Ware, die der Liebe kraftvoll die Stirn bietet.

Das folgende Zitat von Marx habe ich einem Interview mit Sophie Rois entnommen

Sophie_Rois

 

Gesetzt wir hätten als Menschen produziert.
Jeder von uns hätte in seiner Produktion sich selbst und den andern doppelt bejaht.
Ich hätte in meiner Produktion meine Individualtität, ihre Eigentümlichkeit vergegenständlicht
und daher sowohl während der Tätigkeit eine individuelle Lebensäußerung genossen
als im Anschauen des Gegenstandes die überindividuelle Freude.
Meine Persönlichkeit als gegenständliche, sinnlich anschaubare
und darum über allen Zweifeln erhabene Macht zu wissen.
Unsere Produktionen wären ebensoviele Spiegel woraus unser Wesen sich entgegenleuchtete.
Gesetzt wir hätten als Menschen produziert.
Jeder von uns hätte in seiner Produktion sich selbst und den andern doppelt bejaht.

 Karl Marx

 

Weitere Blogbeiträge // zur Übersicht