Kulturlandschaft Montafon

Wer kennt sie nicht, die Maisäßhütten in Vorarlberg. Aber wer weiß schon, dass die Maisäßkultur im Montafon das Ergebnis einer Dreistufenwirtschaft war? Im Herbst und im Winter wurden die Gehöfte im Tal bewirtschaftet, sobald sich aber der Schnee zurückgezogen hatte und die ersten Wiesen grün wurden, zogen die Bauern mit ihrem Vieh in die mittleren Lagen. Ab Juli schickten die Bauern ihr Vieh auf die Alm, wo es bis zum Almabtrieb im Herbst dort von Hirten versorgt und gemolken wurde. Diese Nomadenwirtschaft prägte die Landschaft im Montafon und die Hütten innerhalb der Baumgrenze zeugen noch von dieser Art der Bewirtschaftung.

 

Kulturlandschaft Montafon

 

Charakteristisch dabei ist die Walserbauweise. Für den Bau wurden Vierkantbalken verwendet und an den Ecken wurden die Balken „verstrickt“. Die entstandenen Fugen wurden mit Moos abgedichtet, so dass man die Innenwände nicht vertäfeln musste. Mit der Zeit verfärbte sich das Holz grau, bis es sich durch die Sonne teilweise schwarz verfärbte.

Die moderne Vorarlberger Architektur nutzt genau diesen Effekt. Das Holz wird nicht mehr durch einen Anstrich geschützt, sondern ergraut auf natürliche Weise. Dadurch fügen sich die modernen Bauten problemlos in die traditionelle Kulturlandschaft ein.

Dieses Prinzip kann auch auf den Bereich Design übertragen werden. Nimm etwas Tradiertes und verwende es in einem neuen Kontext. Durch dieses Verfahren ist es möglich Herkömmliches mit Neuem problemlos miteinander zu kombinieren.

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